Employer Branding ohne Hochglanz: Wie Ziehl-Abegg Filmklassiker für sich nutzt

Der Ventilatoren-Hersteller Ziehl-Abegg aus dem hohenlohischen Künzelsau ist im B2B-Bereich längst eine Social-Media-Größe. Während auf TikTok vor allem Reichweite im Fokus steht, verfolgt Social Media Manager Bartek Melski auf Instagram ein anderes Ziel: Die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber in der Region. Das Mittel der Wahl sind dabei keine langweiligen Imagefilme, sondern liebevoll inszenierte Kurzvideos, die bekannte Filmszenen parodieren.


Highlights: So funktioniert die Instagram-Strategie

  • Regionaler Fokus: Im Gegensatz zu TikTok richtet sich der Instagram-Kanal gezielt an Personen aus der Region, um diese zu informieren und als potenzielle Mitarbeitende zu gewinnen.
  • Menschen statt Produkte: Weder Logos noch Ventilatoren stehen im Vordergrund, sondern die Mitarbeitenden, um Sympathie und Nahbarkeit zu vermitteln.
  • Inhouse & Low Budget: Alle Videos werden mit dem Smartphone gedreht, von eigenen Mitarbeitenden geschauspielert und im Haus geschnitten. Agenturen kommen nicht zum Einsatz.
  • Spontane Ideen: Die Idee für die Film-Reihe entstand spontan in der Kaffeeküche aus einer gemeinsamen Vorliebe für 80er- und 90er-Jahre-Filme.
  • Erfolg beim Recruiting: Für eine Stelle im Grafikteam gingen zuletzt über 100 Bewerbungen ein – ein Rekord, an dem die Videos laut Melski maßgeblichen Anteil haben.

Von der Kaffeeküche zum regionalen Job Pitch

Die erste Parodie entstand zum internationalen "Top Gun Day". Die Rolle übernahm der Leiter des Grafikteams, der zuvor nie vor der Kamera stand, seitdem aber begeistert bei jedem weiteren Video mitwirkt. Mit genau diesem Video bewarb sich Ziehl-Abegg unkonventionell bei einem regionalen Job-Pitch, bei dem eigentlich ein klassisches Unternehmensvorstellungsvideo gefragt war – und gewann die meisten Stimmen. Kurz darauf wiederholten sie den Erfolg mit einer Parodie der berühmten Pralinen-Szene aus "Forrest Gump".


Authentizität durch "selbstgemachten" Charakter

Das Team verzichtet bewusst auf teure Hochglanz-Produktionen. Bartek Melski schreibt die Skripte, Kollegin Desdemona filmt und schneidet. Dieser selbstgemachte Charme macht die Marke nahbarer und zeigt, dass die Mitarbeitenden wirklich Spaß an ihrer Arbeit haben. Ein entscheidender Faktor für diesen kreativen Freiraum ist das Vertrauen des Managements, das dem Team den nötigen Gestaltungsspielraum lässt.


Die Community entscheidet mit

Die Videos punkten mit überdurchschnittlichen Views und vielen positiven Kommentaren. Um die Community weiter einzubinden, zeigt das Team regelmäßig Outtakes und Pannen, beispielsweise vom aufwendigen Dreh des Star-Wars-Reels im weltgrößten Ventilatoren-Messraum. Welche Filme als Nächstes parodiert werden (unter anderem steht "Matrix" auf dem Plan), durften die Follower auf Instagram selbst abstimmen.

Quelle: SocialHub Mag #24


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