Social Media Wandel: Warum wir einen grundlegenden „Vibe Shift“ erleben

Die Social-Media-Welt ist schnelllebig, doch aktuell erleben wir eine Veränderung, die über neue Features hinausgeht. Es handelt sich um einen grundlegenden Wandel in der Art, wie wir kommunizieren und Inhalte konsumieren. Experten sprechen von einem „Vibe Shift“, bei dem der Geist der Zehnerjahre von einem neuen Prinzip abgelöst wird. Unternehmen müssen sich nun anpassen, um in dieser neuen Ära nicht den Anschluss zu verlieren.


Highlights: Das Wichtigste im Überblick

  • Endlich im Video-Zeitalter: Kurzvideos im 16:9-Format (Reels, TikToks, Shorts) sind zum Standard-Content geworden.
  • Abschied vom Social Graph: Nicht mehr die Accounts, denen wir folgen, bestimmen unseren Feed, sondern unsere Interessen.
  • Der KI-kurierte Feed: Algorithmen berechnen auf Basis von Nutzungsdaten, welcher Content uns angezeigt wird – auch von fremden Accounts.
  • Vom Networking zum Konsum: Social Media wandelt sich zur reinen Entertainment-Plattform, ähnlich dem Fernsehen.
  • Rückzug ins Private: Echte soziale Interaktion findet immer häufiger in geschlossenen Räumen wie Messengern, Gruppen oder Discord statt.

Das Video-Zeitalter ist endgültig angekommen

Schon 2016 prophezeite Mark Zuckerberg ein goldenes Zeitalter des Videos. Doch erst jetzt, durch den Durchbruch von Kurzvideos im vertikalen Format, ist dieses Zeitalter Realität. Dank Smartphones und intuitiver Apps kann heute jeder ohne Vorkenntnisse hochwertige Videos erstellen. Dieser T rend wurde maßgeblich durch den Aufstieg von TikTok und die anschließende „TikTokisierung“ von Instagram vorangetrieben. Auch Plattformen wie Pinterest und YouTube ziehen mit Formaten wie Shorts massiv nach.


Vom Social Graph zum Interest Graph

Die vielleicht radikalste Veränderung betrifft die Generierung unserer Newsfeeds. Lange Zeit bestimmte unser persönliches Netzwerk aus Freunden und Bekannten (Social Graph), was wir sahen. TikTok hat dieses Prinzip auf den Kopf gestellt: Hier bestimmt eine Künstliche Intelligenz auf Basis unserer Aktivitäten, was relevant ist (Interest Graph). Auch Meta zieht hier nach und integriert immer mehr KI-kuratierte Content-Empfehlungen direkt in den Newsfeed. Das bietet Unternehmen die Chance, Menschen zu erreichen, die ihnen noch gar nicht folgen.


Wo Social Media noch „social“ bleibt

Da Feeds immer stärker passiv konsumiert werden, tritt die öffentliche Interaktion unter Posts in den Hintergrund. Wer echten Austausch sucht, zieht sich in geschlossene Räume zurück. Messenger wie WhatsApp boomen, ebenso wie halbprivate Communities auf Discord oder Slack. Ein weiterer T rend sind „Shared Experiences“ auf Plattformen wie Twitch, Roblox oder Fortnite, bei denen das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund steht. Für Marken bedeutet das: Sie müssen lernen, Communities aktiv zu pflegen und Räume für echte Partizipation zu schaffen.


Fazit: Orientierung im neuen Vibe

Der Wandel von der Vernetzung zum reinen Content-Konsum erfordert ein Umdenken in der Strategie. Wer es schafft, auf Augenhöhe zu kommunizieren und relevante Interessen-Nischen zu besetzen, kann auch in der Ära der KI-Feeds erfolgreich sein. Die Pflege der Community in privateren Räumen wird dabei zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Quelle: SocialHub Mag #20


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