Unhinged Marketing: Wenn Marken auf Social Media wild werden

Was haben die Deutsche Bahn, BroSieben, Ryanair, Carrera, Duolingo und Dr. Oetker gemeinsam? Sie alle fallen in den Feeds durch Inhalte auf, die alles andere als gewöhnlich sind. Sie sind echt, ungefiltert und werden Teil der Community, anstatt sie nur von oben herab zu beschallen. Lisa Merki analysiert in ihrer aktuellen Kolumne „#SOMEKOLUMNE“, warum das Konzept des "Unhinged Marketing" Social Media erobert.


Highlights: Was macht Unhinged Marketing aus?

  • Authentizität statt Ästhetik: Perfekt durchgeplante Insta-Feeds waren 2012. Heute zählen rohe, unvorhersehbare Inhalte (wie ein One-Take von Duolingo im Berghain-Outfit).
  • Dialog statt Monolog: Erfolgreiche Marken agieren zu 100 Prozent auf Augenhöhe und hören der Community genau zu.
  • Keine Corporate-Floskeln: Generisch, steif und nach Schema F zu agieren, ist der gesicherte Tod jedes Social-Media-Accounts im Jahr 2024.
  • Persönlichkeit zeigen: Es geht darum, die Marke als Person mit Gedanken, Gefühlen, Einstellungen und Eigenarten zu visualisieren.
  • Mut zur Lücke: Eine Corporate Identity darf die Kreativität und den Humor nicht ersticken.

Kein Mensch folgt einer Marke wegen Hochglanz-Bildern

Kritiker werfen dem Unhinged-Ansatz vor, er sei mittlerweile unoriginell und Marken würden ihren Wiedererkennungswert verlieren, wenn sie einfach nur auf den Zug aufspringen. Lisa Merki sieht das anders: Es ist keine Option, sondern ein Muss, um relevant zu bleiben. Niemand erwartet, dass plötzlich jedes B2B-Unternehmen einen Rap-Song veröffentlicht oder Beef mit der Konkurrenz anfängt. Der Kern des Unhinged-Ansatzes besteht vielmehr darin, sich zu trauen, eine greifbare, eigene Social-Media-Persönlichkeit zu entwickeln, die über simple Branding-Farben hinausgeht. Wer langfristig wachsen will, kann sich nicht nur auf Gewinnspiele und perfekte Produktbilder verlassen.


Threads: Die perfekte Spielwiese für Brand Accounts

Wer mit dem Gedanken spielt, seiner Marke mehr Charakter zu verleihen, steht oft vor der Hürde: Wo anfangen? Viele Unternehmen nutzen dafür die Text-Plattform von Meta: Threads. Threads ist so ungezwungen und im Mainstream noch so überschaubar, dass die Hemmschwelle für Social Media Manager niedrig ist. Es ist der perfekte Ort, um sich auszutoben, zu experimentieren und sich selbst den Spiegel vorzuhalten. Das unmittelbare Feedback der Community zeigt sofort, ob man zu werblich kommuniziert oder echte Verbindungen („Thriends“) schafft.


Fazit: Wer nicht mit der Zeit geht...

...geht mit der Zeit. Unhinged Marketing erfordert eine große Prise Vertrauen, Mut und Unterstützung aus den eigenen Reihen. Doch wer diese Markenpersönlichkeit verinnerlicht, macht sein Community Management nicht nur effizienter, sondern auch wesentlich unterhaltsamer – für das Team und für die Follower.

Quelle: SocialHub Mag #25


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