Die Macht der ersten Sekunden: So gelingen TikTok Ads

TikTok wird immer häufiger als Suchmaschine genutzt und die Themenvielfalt wächst stetig. Mit authentischen Anzeigen können Unternehmen große Erfolge erzielen – und das sogar, ohne selbst einen aktiven TikTok-Account bespielen zu müssen. Jakob Strehlow, Agenturgründer und TikTok Premium Agency Partner, verrät seine besten Strategien.


Für wen lohnen sich TikTok Ads?

Besonders stark performen TikTok Ads im E-Commerce und bei der Personalgewinnung. Die Plattform eignet sich perfekt, um Markenbekanntheit aufzubauen und unerreichte Zielgruppen anzusprechen. Ein Irrglaube ist, dass TikTok nur von Teenagern genutzt wird: Mehr als 50 Prozent der Nutzenden sind mittlerweile älter als 25 Jahre. Ein weiterer Pluspunkt: Der TKP (Tausenderkontaktpreis) ist im Vergleich zu Meta oft bis zu zwei Drittel günstiger.


Aufbau und Erfolgsfaktoren: Die Hook entscheidet

Ads auf TikTok sollten kurz (idealerweise 15 bis 30 Sekunden), kreativ und unterhaltsam sein. Das absolute Herzstück ist die "Hook".

  • Die ersten zwei Sekunden müssen so fesselnd sein, dass die Nutzer sofort aufhören zu scrollen.
  • Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne liegt bei extrem kurzen 0,4 Sekunden.
  • Ein guter Scrollstopper ist beispielsweise die Formulierung "Wusstest du, dass…".

Zu den größten Fehlern (Red Flags) zählen laut Strehlow die Nutzung klassischer TV-Spots, der Verzicht auf Creators und das Fehlen eines sauberen Testing-Frameworks.


3 Best-Practice-Beispiele aus der Praxis

1. Esmark: Recruiting mit Leichtigkeit

Der dänische Ferienhausanbieter Esmark nutzte In-Feed Ads, um Reinigungskräfte zu finden. In den Videos zeigten Mitarbeitende unterschiedlichen Alters mit TikTok-Tänzen Spaß an der Arbeit. Das Resultat: Über 49.000 Klicks, ein extrem niedriger CPM und 150 konkrete Bewerbungen.

2. Shinform: Markenaufbau im E-Commerce

Das Start-up Shinform (Hersteller besonders dünner Schienbeinschoner) testete Meta Ads gegen TikTok Ads. Obwohl Meta am Ende bessere direkte Conversions lieferte, zeigte TikTok einen massiven, indirekten Impact: Viele Nutzer suchten nach dem Betrachten der TikTok Ads aktiv bei Google nach dem Produkt und kauften es dort. Dies beweist die starke Push-Wirkung von TikTok auf Pull-Kanäle wie Google oder Amazon.

3. Einfach Immo: B2B Leadgenerierung

Der Immobilien-Berater Tommy Primorac nutzte das "Automated Creative Optimisation (ACO)"-Tool von TikTok, um Leads zu generieren. Dabei erklärte er in 12 Video-Variationen direkt in die Kamera, wie Immobilien-Investments ohne Eigenkapital funktionieren. Die KI von TikTok spielte automatisch die besten Kombinationen aus. Das komplexe B2B-Thema brachte 298 qualifizierte Leads ein und senkte die Lead-Kosten um 95 Prozent.


Fazit: In Ergebnissen statt in Kanälen denken

TikTok Ads erfordern Flexibilität und den Willen zum A/B-Testing. Wer bereit ist, Budgets (ab ca. 20 Euro pro Tag für kleine Tests, besser 250 Euro für Conversion-Kampagnen) smart einzusetzen und die kanalübergreifenden Effekte (z. B. auf Google) zu messen, kann sich einen massiven Wettbewerbsvorteil sichern.

Quelle: SocialHub Mag #24


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