„Die Werbeeinschränkung trifft uns am meisten“: Social Media bei Storz & Bickel

Das schwäbische Unternehmen Storz & Bickel stellt High-End-Geräte zum Verdampfen von Kräutern her. Obwohl sich die Marke strikt vom Rauchen und von E-Zigaretten distanziert, unterliegt sie auf Social Media strengen Zensurmaßnahmen. Wie man trotz Werbeverboten und unberechenbaren Algorithmen eine große, treue Community aufbaut, erklärt Social Media Managerin Sophia Erteld im Interview.


Highlights: Strategie trotz Restriktionen

  • 100 % Organisch: Da das Werbekonto gesperrt ist und keine Ads geschaltet werden dürfen, liegt der Fokus komplett auf organischem Content.
  • Inhouse-Produktion: Ein kleines, aber wachsendes Team (inkl. Content Creator und Producer) erstellt Fotos und Videos direkt im Haus, um die Bildsprache kontrollieren zu können.
  • Wording ist alles: Um nicht fälschlicherweise in die Drogen- oder E-Zigaretten-Schublade gesteckt zu werden, wird strikt von "verdampfen" statt "rauchen" gesprochen.
  • Trial and Error: Der Umgang mit dem Algorithmus erfordert ständiges Testen. Manche Hashtags wie "Vaporizer" werden behutsam eingesetzt, um die Reichweite nicht zu gefährden.
  • Resilienz gegen Sperrungen: Auch nach einer unbegründeten Kontosperrung auf Instagram ließ sich das Team nicht entmutigen – ein erfolgreicher Einspruch brachte das Konto schnell zurück.

Der ständige Kampf mit dem Algorithmus

Die größte Herausforderung für Storz & Bickel sind die undurchsichtigen Regeln der Plattformen. Häufig wird die Reichweite von Posts ohne offizielle Kommunikation eingeschränkt. Auf TikTok, das anfangs offener wirkte, wurden zuletzt vermehrt Videos wegen angeblicher Verstöße gegen Werberichtlinien blockiert. Da offizielle Begründungen meist fehlen, hat Sophia Erteld über die Jahre ein feines Gespür dafür entwickelt, welcher Content vom Algorithmus akzeptiert wird und welcher nicht.


Objektivität und "High Class" Content

Um Sperrungen zu vermeiden, setzt Storz & Bickel auf eine sehr cleane und hochwertige Ästhetik. Die Produkte werden objektiv und fast schon technisch präsentiert, was dem Premium-Anspruch der Geräte entspricht. Diese klare Linie hilft nicht nur bei der Navigation durch die Richtlinien der Plattformen, sondern spricht auch die designaffine Zielgruppe in den Kernmärkten (vor allem in den USA) direkt an.


Fazit: Organisches Community Building zahlt sich aus

Der Fall von Storz & Bickel beweist, dass Social-Media-Erfolg auch ohne massives Ad-Budget möglich ist. Wer gezwungen ist, sich rein auf organische Reichweite zu verlassen, muss umso mehr in die Qualität des Contents und in den direkten Dialog mit der Community investieren. Auch wenn Rückschläge durch den Algorithmus schmerzen – die treue Followerschaft belohnt die Ausdauer.

Quelle: SocialHub Mag #24


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