Social-Media-Strategie: Der Kompass für deinen Unternehmenserfolg

Trotz der fortschreitenden Professionalisierung im Social Media Management haben laut einer BVCM-Studie von 2023 immer noch 34 % der Unternehmen im DACH-Raum keine oder nur eine lückenhafte Strategie. Jens Wiese, Social-Media-Urgestein und Gründer von allSocial.de, räumt im Interview mit gängigen Missverständnissen auf und erklärt, warum eine Strategie das Fundament für jedes Team ist.


Highlights: Was eine gute Strategie ausmacht

  • Unternehmensfokus: Eine Strategie beginnt bei den übergeordneten Geschäftszielen, nicht bei Follower-Zahlen.
  • Stakeholder-Einbindung: Das Social-Media-Team kann eine Strategie nicht im Alleingang erstellen; es braucht die Marketing-, Vertriebs- und Unternehmensleitung.
  • Argumentationshilfe: Ein schriftliches Dokument schützt das Team vor willkürlichen Themenwünschen anderer Abteilungen („Stakeholder Management“).
  • SMART-Ziele: Erfolge müssen durch messbare, spezifische und terminierte Kennzahlen belegbar sein.
  • Regelmäßige Reviews: Die Strategie sollte spätestens alle sechs Monate an neue Gegebenheiten angepasst werden.

Strategie vs. Redaktionsplan: Der feine Unterschied

Oft wird die Strategie mit dem operativen Redaktionsplan verwechselt. Jens Wiese stellt klar: Die Strategie bildet das „Warum“ und das „Wie“. Aus ihr leitet sich die Content-Strategie (Zielgruppen, Kanäle, Formate) ab, die wiederum die Basis für den täglichen Redaktionsplan darstellt. Ohne dieses Fundament bleibt Social-Media-Arbeit oft nur ein Abarbeiten von Posts ohne klaren Mehrwert für die Wertschöpfung des Unternehmens.


Ressourcen-Check: Den „Gap“ vermeiden

Ein häufiger Grund für das Scheitern von Strategien ist der Bruch zwischen Plan und Realität. Jens rät dazu, bereits bei der Erstellung der Strategie die vorhandenen Budgets und personellen Kapazitäten gegenzuchecken. Eine zu ambitionierte Strategie führt zu Frust und mangelhafter Umsetzung. Stattdessen empfiehlt er eine Roadmap: Schritt für Schritt wachsen und neue Bereiche wie Kundensupport oder Employer Branding erst integrieren, wenn die Ressourcen gesichert sind.


KPIs: Mehr als nur Likes und Kommentare

Für Unternehmen ist es oft irrelevant, ob ein Post 20 oder 50 Kommentare hat. Entscheidend sind echte Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators), die betriebswirtschaftlich relevant sind – etwa die Anzahl der eingegangenen Bewerbungen oder der generierte Umsatz. Um diese zu messen, müssen Social Media Manager den Dialog mit anderen Abteilungen suchen und beispielsweise Tracking-Parameter nutzen.


Impact Cards: Die Strategie in einer Box

Um die Hürden bei der Strategieerstellung zu senken, hat Jens Wiese die „Impact Cards“ entwickelt. Das Set aus 51 Karten hilft dabei, in Kategorien wie Ressourcen, Content, Community und Evaluation die richtigen Fragen zu stellen. Sie dienen als Anleitung für Neulinge oder als Reflexionstool für Profis, um bestehende Ansätze abteilungsübergreifend zu optimieren.


Fazit: Sichtbarkeit für den eigenen Beitrag schaffen

Eine klare Strategie verbessert nicht nur die Performance der Kanäle, sondern auch das Standing des Social-Media-Teams im Unternehmen. Sie transformiert die Wahrnehmung von „jemandem, der den ganzen Tag auf Instagram surft“, zu einer Fachkraft mit klar definiertem Beitrag zum Unternehmenserfolg.

Quelle: SocialHub Mag #24


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