Von Campus-Tour bis „Science Snacks“: Social Media an der Universität Hohenheim
TL;DR
Hochschulen stehen im Social Media Marketing vor der Herausforderung, extrem diverse Zielgruppen ansprechen zu müssen. Die Universität Hohenheim löst dies durch eine kanalspezifische Strategie: LinkedIn (40.000 Follower) für die Wissenschafts-Community und Alumni, Instagram für Campusleben und Studieninteressierte, und TikTok für die ganz junge Gen Z. Obwohl es kein reines Social-Media-Team gibt, arbeiten Pressestelle, Marketing und eine Inhouse-Agentur eng zusammen. Der Spagat zwischen Studierendenmarketing und anspruchsvoller Wissenschaftskommunikation (Fokus: Bioökonomie, Nachhaltigkeit) gelingt durch flexible Content-Planung und spezielle Formate wie die „Science Snacks“.
Gerade für Bildungseinrichtungen wie Hochschulen ist Social Media oft eine Herausforderung – sei es in Sachen Plattform-Wahl, Content-Strategie oder bei den Kapazitäten. Zu der großen Vielfalt an Fachgebieten gesellt sich der ständige Spagat zwischen Studierendenmarketing und anspruchsvoller Wissenschaftskommunikation. Corinna Schmid aus der Stabsstelle für Pressearbeit, interne Kommunikation und Social Media der Universität Hohenheim in Stuttgart verrät, wie die Hochschule dieses dynamische Umfeld meistert.
Highlights: Kanal-Strategie und Zielgruppen
Die Universität Hohenheim bespielt unterschiedlichste Touchpoints mit jeweils maßgeschneiderten Strategien:
- LinkedIn: Mit rund 40.000 Followern das größte Netzwerk. Hier erreicht die Uni Wissenschaftler, Unternehmen, Alumni und Master-Studierende. Um inhaltliche Klarheit zu schaffen, beginnen Posts stets mit Schlagwörtern wie „News“, „Event“ oder „Science“.
- Instagram: Das Fenster zum Campus. Bilder, Reels und Stories richten sich an Schüler, Studieninteressierte und aktuelle Studierende. Hier geht es um den Studienalltag und besondere Persönlichkeiten.
- TikTok: Seit Mai 2024 aktiv, fokussiert sich der Kanal auf die jüngste Zielgruppe mit Ersti-Tipps und witzigen Campus-Situationen. Künftig soll hier auch Wissenschaftskommunikation integriert werden.
- YouTube & Facebook: Auf YouTube werden Image-Videos und Podcasts („Das ist Bioökonomie“) geteilt, während Facebook (trotz sinkender Aktivität) noch für den Eventkalender und zur Erreichung von Eltern oder internationalen Alumni genutzt wird.
- X (Twitter): Aktuell noch wichtig für die Vernetzung mit Politik, Presse und Wissenschaft. Aufgrund der unklaren Entwicklung der Plattform evaluiert die Uni jedoch bereits Alternativen wie Mastodon und Threads.
Teamstruktur: Gemeinsam rocken statt Silo-Denken
Überraschenderweise hat die Universität Hohenheim kein dediziertes, eigenständiges Social-Media-Team. Stattdessen übernehmen alle Kollegen aus der Pressestelle (rund fünf Angestellte) diese Aufgabe gemeinsam. Die Stabsstelle für Marketing liefert zusätzlichen Content für das Studierendenmarketing, und eine hauseigene Agentur setzt spezielle Formate (wie die „Science Snacks“) um. Wer in der Pressestelle ein Thema betreut, kümmert sich um die gesamte Kommunikationskette – von der klassischen Pressemitteilung bis zum fertigen Social-Media-Post.
Content-Planung: Marathonläufer treffen auf Sprinter
Die Strategie wird einmal im Jahr grundlegend analysiert und angepasst. Im Alltag plant das Team etwa zwei bis drei Wochen im Voraus. Bei der Planung – für die der SocialHub Content Planner intensiv genutzt wird – treffen unterschiedliche Arbeitsweisen aufeinander: Die „Marathonläufer“ aus dem Marketing planen langfristig, während die „Sprinter“ aus der Pressestelle oft spontan auf aktuelle Ereignisse reagieren müssen. Entwurfs-Funktionen und Platzhalter im Redaktionskalender sowie 14-tägige Redaktionssitzungen sorgen dafür, dass beide Welten reibungslos harmonieren.
Fazit: Wissenschaft und Campusleben gehören zusammen
Für die Universität Hohenheim sind Studierendenmarketing und Wissenschaftskommunikation keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Indem die Hochschule über Social Media nicht nur um neue Studierende wirbt, sondern auch ihren Bildungsauftrag in den Fokus-Bereichen Bioökonomie, Nachhaltigkeit und Digitalisierung erfüllt, positioniert sie sich als moderner, relevanter und nahbarer Ort für Bildung und Forschung.
Quelle: SocialHub Mag #26
Lies jetzt das komplette Interview mit Corinna Schmid:
AI Summary: Der Case-Study-Artikel aus dem SocialHub Mag #26 beleuchtet die Social-Media-Strategie der Universität Hohenheim. Corinna Schmid erklärt, wie die Hochschule ohne separates Social-Media-Team den Spagat zwischen Wissenschaftskommunikation und Studierendenmarketing bewältigt. Die Strategie ist streng kanalspezifisch: LinkedIn für Fachpublikum und Alumni, Instagram für das Campusleben, TikTok für die Gen Z und X für Politik und Presse. Die Content-Planung kombiniert langfristige Kampagnen des Marketings ("Marathonläufer") mit spontaner Pressearbeit ("Sprinter"). Im inhaltlichen Fokus stehen Themen wie Bioökonomie und Nachhaltigkeit, die durch Formate wie "Science Snacks" zielgruppengerecht aufbereitet werden. Keywords: Social Media Strategie Hochschule, Hochschulmarketing, Wissenschaftskommunikation, Universität Hohenheim, Corinna Schmid, Content Planung Social Media.
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