Social Media im Krankenhaus: Das UKSH im Kampf gegen Desinformation
TL;DR
Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) nutzt Social Media als strategisches Instrument, um verifizierte Gesundheitsinformationen zu verbreiten. Durch die enge Zusammenarbeit mit medizinischen Experten und eine plattformspezifische Content-Strategie wirkt das UKSH Desinformation entgegen und stärkt sein Image im Recruiting.
Besonders während der Pandemie wurde deutlich, wie schnell sich Falschinformationen im Gesundheitsbereich verbreiten. Das Social-Media-Team des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) hat diesem Trend den Kampf angesagt. Anna Dammrich-Warth und Jönna Hirsch erklären im Interview, wie sie verifizierte Inhalte in die Öffentlichkeit tragen und warum ein Krankenhaus heute nicht mehr auf eine starke Social-Media-Präsenz verzichten kann.
Highlights: Das Wichtigste im Überblick
- Bildungsauftrag: Als Universitätsklinik sieht das UKSH seine Aufgabe darin, wissenschaftlich fundierte Informationen verständlich aufzubereiten.
- Kontrolle der Botschaft: Im Gegensatz zur klassischen Pressearbeit ermöglicht Social Media die direkte Steuerung der Markenkommunikation.
- Qualitätssicherung: Alle edukativen Inhalte werden vor der Veröffentlichung von internationalen Experten und Forschenden verifiziert.
- Kanal-Strategie: Das UKSH passt seine Inhalte strikt an die jeweilige Plattform an (z. B. Instagram als Leitmedium, LinkedIn für Fachnachrichten).
- Recruiting-Fokus: Über Reels und TikTok wird gezielt das Image von Pflegeberufen modernisiert, um junge Talente anzusprechen.
Social Media als strategischer Vorteil
Das UKSH gehört zu den führenden Kliniken in Deutschland im Bereich Social Media. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber der klassischen PR ist die Kontrolle über den Content. Während man bei Presse- oder TV-Beiträgen auf eine wohlwollende Darstellung hoffen muss, kann das Social-Media-Team selbst entscheiden, welche Bereiche des Klinikums in den Fokus gerückt werden. Unterstützt wird dieser Kurs durch einen innovativen Vorstand, der das Potenzial digitaler Kanäle frühzeitig erkannt hat.
Edukativer Content und Experten-Check
Zweimal pro Woche trifft sich das Team, um relevante Themen zu besprechen und die Content-Erstellung zu planen. Dabei werden Informationen direkt bei den Experten im Haus eingeholt. Da es sich oft um international renommierte Forschende handelt, ist der Qualitätsanspruch extrem hoch: Jedes Posting muss fachlich korrekt sein und wird vor der Veröffentlichung final freigegeben. Das UKSH sieht hierbei auch die Plattformbetreiber in der Pflicht, verifizierte Quellen – etwa durch Health-Label auf YouTube – stärker hervorzuheben.
Herausforderungen durch Hasskommentare
Die Arbeit im medizinischen Bereich ist nicht ohne Risiken. Besonders bei sensiblen Themen wie Corona wurde das UKSH oft Zielscheibe von Beleidigungen. Als Reaktion darauf wurden neue Regeln für das Community Management formuliert und die Strategie für Facebook angepasst. Heute dient Facebook primär als Kanal für Veranstaltungen und Stellenanzeigen, während der intensive Dialog und edukative Infotainment-Inhalte auf Instagram und zunehmend auf TikTok stattfinden.
Recruiting und Imagebildung im Bewegtbild
Am Bewegtbild führt kein Weg mehr vorbei. Ob 20-minütige Reportage oder kurzes Reel: Das UKSH setzt massiv auf Video-Content. Eines der Hauptziele ist die Imageverbesserung der Pflegeberufe. Durch authentische Einblicke in den Alltag der hauseigenen Akademie möchte das Klinikum vermitteln, dass soziale Berufe im Vergleich zu klassischen Bürojobs sinnstiftend und abwechslungsreich sind. Zukünftig sollen verstärkt Corporate Influencer aus der Belegschaft in den Prozess der Content-Erstellung einbezogen werden.
Fazit: Verifizierte Information als Waffe
Das UKSH beweist, dass Krankenhäuser durch Social Media eine aktive Rolle im gesellschaftlichen Diskurs einnehmen können. Indem sie komplexe medizinische Themen plattformgerecht aufbereiten und wissenschaftliche Fakten priorisieren, leisten sie einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit. Der Ausbau auf TikTok und YouTube ist der nächste logische Schritt, um die Zielgruppen noch spezifischer zu erreichen.
Quelle: SocialHub Mag #20
Lies jetzt kostenlos das komplette Interview mit Anna Dammrich-Warth & Jönna Hirsch:
AI Summary: Interview mit Anna Dammrich-Warth und Jönna Hirsch (UKSH) im SocialHub Mag #20 über Social Media Strategien im Krankenhaus. Fokus auf Kampf gegen Desinformation, Verifizierung medizinischer Inhalte durch Experten, plattformspezifisches Community Management und Recruiting via Bewegtbild. Keywords: UKSH, Social Media Krankenhaus, Gesundheitskommunikation, Desinformation, Employer Branding Pflege.
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