Schwarzkugler Sanitär und Heizung: Mit Kurzvideos zum Erfolg im Handwerk

Dass Social Media irgendwann ein echtes Standbein für seinen Betrieb werden könnte, hat sich Michael Schwarzkugler nie erträumt. Zusammen mit dem befreundeten Filmemacher Roman Liebl startete der Heizungs- und Sanitärinstallateur eher beiläufig mit kurzen Videos aus seinem Berufsalltag. Das Ergebnis? Ein viraler Hit auf TikTok und Instagram. Im Interview erklären die beiden, warum Authentizität nicht kopierbar ist und wie Social Media das Handwerk revolutioniert.


Highlights: So funktioniert der Schwarzkugler-Erfolg

  • Echte Geschichten: Michael Schwarzkugler denkt sich nichts aus. Jedes Video basiert auf wahren Begebenheiten und Kundenbegegnungen, die er in seinem roten Notizbuch festhält.
  • Keine Skripte: Um natürlich zu wirken, erzählt Michael seine Storys nicht abstrakt in eine Kamera, sondern direkt seinem Kumpel Roman hinter der Linse.
  • Ungeplanter Erfolg: Der erste TikTok-Test brachte sofort 100.000 Views in 24 Stunden. Aus zehn Videos wurden schnell 30.000 Follower.
  • Recruiting-Booster: Der Account ist ein Magnet für Fachkräfte. Nahezu 90 Prozent der Bewerber für eine Meisterstelle wurden über Social Media auf den Betrieb aufmerksam, auch Auszubildende konnten so gewonnen werden.
  • Wertschätzung fürs Handwerk: Neben der Unterhaltung ist es ein Kernanliegen, den oft stressigen Alltag im Handwerk realistisch zu zeigen und so mehr Respekt für die Branche zu generieren.

Authentizität lässt sich nicht kopieren

Mittlerweile wächst die Handwerks-Influencer-Community und viele versuchen, das Format des "sprechenden Handwerkers vor der Kamera" zu kopieren. Doch Roman Liebl bringt es auf den Punkt: Die technische Umsetzung ist simpel, aber die Persönlichkeit nicht. Michael Schwarzkuglers charmanter bayerischer Dialekt und seine ehrlichen Emotionen – egal ob Frust, Verwunderung oder Freude über eine Situation – machen den Kanal einzigartig. Versuche, ihm fremde Geschichten vorzulegen, scheiterten sofort, weil die echte Emotion fehlte.


Community Management und Kooperationen

Trotz des rasanten Wachstums kümmert sich Michael selbst um das Community Management. Abends nimmt er sich die Zeit, Kommentare zu liken und zu beantworten ("Ich finde, das gehört sich so"). Bei Support-Anfragen per Direktnachricht (z. B. Tonaufnahmen von gluckernden Heizungen) bleibt er jedoch vorsichtig: Ferndiagnosen sind haftungsrechtlich heikel, daher rät er stets dazu, einen Fachmann vor Ort zu konsultieren.

Auch bei Kooperationen bleibt das Duo wählerisch. Sie arbeiten nur mit Marken (z. B. für Werkzeug oder Arbeitskleidung) zusammen, hinter denen sie zu 100 Prozent stehen und die ihnen bei der inhaltlichen Umsetzung freie Hand lassen.


Fazit: "Hau die Kruste weg!"

Michael Schwarzkuglers Appell an andere Handwerksbetriebe, die noch vor Social Media zurückschrecken, ist deutlich: "Zeig es so, wie du bist! Lass die alten Hüllen fallen. Es gibt noch viel zu viele, die sagen, für den Scheiß habe ich keine Zeit. Hau die Kruste weg und mach Social Media einfach so, wie man es jetzt macht – ein bisschen neuer, offener, freundschaftlicher."

Quelle: SocialHub Mag #26


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