Regionalmarketing & Social Media: So positioniert Münsterland e.V. eine Region

„Die Zukunft der Kommunikation von Regionen ist digital.“ Nach diesem Leitsatz agiert Münsterland e.V., um die Region im Wettbewerb um Fachkräfte, Touristen und neue Bewohner erfolgreich zu positionieren. Victoria Lennerz, seit 2019 Social Media Managerin der Organisation, erklärt im Interview, wie Regionalmanagement unter dem Dach einer starken Marke funktioniert und warum gerade auf lokaler Ebene noch viel ungenutztes Potenzial schlummert.


Highlights: Das Wichtigste im Überblick

  • Ganzheitlicher Ansatz: Die Strategie umfasst Tourismus, Kulturförderung und Wirtschaftsförderung (z. B. Recruiting von Fachkräften).
  • Zielgruppen-Splitting: Unterschiedliche Accounts wie @muensterland (Tourismus/Freizeit) und @muensterland.dasguteleben (Bewohner) erlauben eine präzise Ansprache.
  • Service für Partner: Der Verein unterstützt lokale Kommunen mit Workshops, Insta-Walk-Konzepten und einer eigenen Bilddatenbank.
  • Storytelling via Blog: Ein im Juli 2022 gestarteter Blog bietet Raum für tiefgehende Erlebnisberichte, die auf Social Media nur kurz angerissen werden.
  • Identifikation als Chance: Menschen identifizieren sich stark mit ihrer Heimat – eine emotionale Bindung, die für die Markenkommunikation essenziell ist.

Die Mission: Vernetzen und sichtbar machen

Als Regionalmanagement-Organisation verfolgt Münsterland e.V. das Ziel, die Region unter einer gemeinsamen Marke zu vereinen. Dabei geht es nicht nur um Außenwirkung, sondern auch um die Vernetzung nach innen. Ein Beispiel aus dem Bereich Wirtschaft ist das Projekt „Service Onboarding@Münsterland“. Hier werden Rückkehrer porträtiert, die nach dem Studium in Großstädten wie Hamburg zurück in die Region ziehen. So wird das Münsterland als attraktiver Lebens- und Arbeitsort präsentiert, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.


Herausforderungen in behördlichen Strukturen

Obwohl Münsterland e.V. keine Behörde ist, agiert die Organisation im Spannungsfeld öffentlicher Gelder und vielfältiger Stakeholder-Interessen. Eine große Herausforderung bleibt das Verständnis für Social Media auf lokaler Ebene. Oft bremsen starre Strukturen und ein Mangel an Ressourcen in kleineren Gemeinden kreative Ideen aus. Victoria Lennerz betont, dass es oft an Mut fehlt, neue Wege zu gehen oder spezialisierte Kanäle für verschiedene Zielgruppen zu eröffnen.


Support für lokale Akteure: Hilfe zur Selbsthilfe

Um die Region flächendeckend digital zu stärken, bietet Münsterland e.V. umfangreiche Unterstützung für Partner vor Ort an:

  • Beratung & Workshops: Themen wie Event-Kommunikation via Social Media oder Influencer-Kooperationen stehen im Fokus.
  • Medienpakete: Partner erhalten fertige Grafiken, Bildmaterial und Pressemitteilungs-Vorlagen für gemeinsame Kampagnen wie die „Münsterländer Picknicktage“.
  • Insta-Walk-Konzepte: Ein fertiges Konzept hilft Gemeinden, eigene Foto-Events für Hobbyfotografen und Influencer durchzuführen, um instagramtaugliche Motive der Stadt sichtbar zu machen.

Insta-Walks und exklusive Erlebnisse

Besondere Momente schaffen Reichweite: Ob ein Rundgang zu Streetart-Kunstwerken unter dem Motto „Rio meets Lüdinghausen“, exklusive Ballonfahrten oder Sonnenaufgangs-Führungen bei den Dülmener Wildpferden – solche Events generieren hochwertigen Content. Die Teilnehmer teilen ihre Eindrücke direkt auf ihren eigenen Kanälen, was die authentische Wahrnehmung der Region massiv steigert. Die Ergebnisse landen oft nicht nur online, sondern sogar in regionalen Stadtmagazinen.


Fazit: Social Media als Zukunftsinstrument

Für Victoria Lennerz ist Social Media kein kurzfristiger Trend, sondern das wichtigste Instrument der Markenkommunikation für Regionen. Der Erfolg hängt davon ab, die eigene Heimat mit den Augen der Zielgruppe zu sehen und lokale Besonderheiten plattformgerecht aufzubereiten. Wenn Vertrauen in die Teams gesetzt wird und Analyseergebnisse als Argumentationshilfe genutzt werden, können Regionen und Gemeinden langfristig von der hohen Identifikation ihrer Bürger profitieren.

Quelle: SocialHub Mag #21


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