Local Heroes: Wie lokale Unternehmen Social Media nutzen

Oft schlummert der wahre Social-Media-Hebel direkt um die Ecke: beim Bäcker, im inhabergeführten Einzelhandel oder im regionalen Autohaus. Im lokalen Marketing bewirken die Instagram-Nachrichten (DMs) der Inhaberin oft mehr als teure Influencer-Kampagnen großer Konzerne. Luise Deschl, Gründerin der Regensburger Social-Media-Agentur Local Stories, erklärt im SocialHub Mag #30, wie regionale Unternehmen zur echten "Local Love Brand" werden.


Der Vertrauensbonus: Inhaber im Fokus

Was Social Media auf regionaler Ebene so stark macht, ist die Nähe. Menschen interessieren sich stark für die Personen hinter dem Unternehmen. Wenn Inhaber oder Verkäufer (etwa in einem Autohaus) selbst vor der Kamera stehen, baut das enorm viel Vertrauen auf. Luise Deschl betont den „Ich kenn dich doch von Insta“-Effekt. Kunden kommen in den Laden und haben das Gefühl, das Team bereits zu kennen. Das funktioniert am besten ohne starre Skripte – es soll spontan und authentisch wirken.


Welche Plattformen und Formate funktionieren lokal?

Die Wahl der Plattform ist entscheidend:

  • Instagram: Funktioniert durch Stories fast wie ein "WhatsApp 2.0" für den direkten Austausch mit der Stammkundschaft. Location-Tags helfen bei der regionalen Sichtbarkeit.
  • TikTok: Bietet mittlerweile starkes lokales Ausspielen im "For You"-Feed und gezielte lokale Ads auf Städte-Ebene.
  • Facebook: Eignet sich laut Deschl heute primär für bezahlte Werbung (Ads) anstatt für organischen Content.

Besonders erfolgreich sind Formate, die den "Lokalbonus" ausspielen. Das können Autovorstellungen im Oberpfälzer Dialekt sein, Collab-Postings mit regionalen Partnern (z. B. der Edeka-Markt interviewt den lokalen Gemüsebauern) oder "Behind-the-Scenes"-Content aus der Backstube. Auch User-Generated Content (UGC) – wie das Foto eines Kunden bei der Neuwagenabholung – genießt im lokalen Bekanntenkreis höchstes Vertrauen.


Online und Offline verknüpfen

Die Magie entsteht, wenn das Digitale mit dem echten Laden verknüpft wird. Deschl nennt das Beispiel einer Bäckerei, die morgens Gratis-Brotbeutel über Social Media ankündigte – diese waren in Minuten vergriffen. Wichtig ist es zudem, die Basics zu klären: Vor jedem viralen Trend müssen rudimentäre Infos wie aktuelle Öffnungszeiten oder die Mittagskarte in den Story-Highlights schnell auffindbar sein.


Community Management ist Chefsache

Im lokalen Umfeld ist Community Management noch wichtiger als bei Großkonzernen. „Wenn die Sabine, die jeden Morgen bei mir ihr Brot kauft, mir per Instagram schreibt, aber nie eine Antwort bekommt, dann ist das natürlich blöd“, erklärt Deschl. Das Engagement ist persönlicher. Es geht nicht um die schiere Masse an Followern, sondern um die Qualität der Interaktionen – wenn Leute kommentieren "Ich habe dieses Brot gekauft" oder direkt per DM einen Blumenstrauß vorbestellen, ist das Ziel erreicht.

Quelle: SocialHub Mag #30


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