Influencer Marketing mal anders: Wie B&B HOTELS auf Social Media durchstartet

Wie betreibt man Influencer Marketing für eine Hotelkette, die nicht im Luxussegment verortet ist und deren Häuser primär als praktischer Ausgangspunkt für Städtetrips dienen? „Man sollte aus seinem eigenen Thema einfach mal rausdenken und schauen, welche Formate es dort draußen noch so gibt“, sagt Riadh Larbi, Team Lead Social Media & Communications bei B&B Hotels. Er verrät im Interview, warum die Marke bewusst ungewöhnliche Wege im Storytelling geht.


Inhouse Content Creator: Das wertvollste Asset

Bei B&B HOTELS wird Social Media (Fokus: Instagram, TikTok, YouTube Shorts) nicht an externe Agenturen ausgelagert. Etwa 80 Prozent des täglichen Contents produziert das Team selbst. Die wichtigste Rolle spielt dabei My Bui: Sie ist fest angestellte Social Media Managerin, Inhouse Content Creatorin und das offizielle Gesicht der Marke. Sie reist durch Deutschland, testet die Hotels und produziert direkt vor Ort. Dieser Corporate-Influencer-Ansatz schafft enormes Vertrauen in der Community, sichert dem Unternehmen maximale Agilität bei neuen Trends und stärkt gleichzeitig spürbar das Employer Branding.


Der Fokus: Die Destination, nicht das Hotelzimmer

B&B HOTELS steht für "Value for Money" – ein sauberes, faires Hotel ohne Infinity-Pool oder Luxus-Spa. Da sich das klassische Produkt nur schwer auf Social Media inszenieren lässt, hat das Team die Perspektive gewechselt: Der Content fokussiert sich auf die Regionen und Aktivitäten rund um die Hotels. Es geht um konkrete Tipps für Städtetrips, Konzertbesuche oder Ausflüge. So wird ganz organisch Lust auf eine Reise (und die entsprechende Übernachtung) geweckt – zugeschnitten auf die Sprache und Sehgewohnheiten der jungen Zielgruppe.


Out of the Box: Influencer Marketing mit Herr Anwalt & Co.

Natürlich arbeitet B&B HOTELS auch mit klassischen Reise-Influencern zusammen, um gezielt UGC (User-Generated Content) für das Daily Business und Performance-Ads zu sourcen. Doch die großen Reichweiten und Image-Gewinne erzielt die Marke durch völlig fachfremde Creator:

  • @herranwalt: Der bekannte Jura-Tiktoker klärt in Kurzvideos typische Hotelmythen auf (Darf ich das Shampoo mitnehmen?). Er agiert dabei als fiktiver Stammgast der Kette.
  • @finnel: Der Creator schlüpft in die Rolle eines "Millionärskinds", das aus der Not heraus in einem Budget-Hotel landet, verzweifelt nach Fehlern sucht – und am Ende begeistert zum Stammgast wird.
  • @kotoon_yt: Mit ihm entstanden witzige Hotelgeschichten im komplett animierten Cartoon-Stil.

Die Strategie dahinter: Social Media ist Entertainment. Werbebotschaften funktionieren heute am besten, wenn sie in humorvolle, leicht konsumierbare Geschichten verpackt sind, in denen sich die Community wiedererkennt.


3 Tipps für erfolgreiche Creator-Kooperationen

Riadh Larbi rät Unternehmen, die mit Influencer Marketing starten wollen, zu folgenden Grundsätzen:

  1. Optimiere deinen eigenen Kanal zuerst: Wenn ein Influencer dich erwähnt und seine Follower auf dein Profil kommen, müssen sie dort sofort hochwertigen Content finden. Sonst verpufft die teuer eingekaufte Reichweite.
  2. Kooperation auf Augenhöhe: Ein Content Creator ist keine bloße Werbefläche, sondern eine eigenständige Marke. Vertrauen und kreative Freiheit bei der Umsetzung sind unerlässlich.
  3. Denke langfristig: Einzelne Posts bringen kurze Reichweiten-Spikes. Echte Image-Veränderungen und hohe Glaubwürdigkeit in der Community erreichst du nur durch wiederkehrende, authentische Partnerschaften.

Quelle: SocialHub Mag #26


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