Cultural Marketing: Wie Brands den Zeitgeist für sich nutzen

Im Jahr 2025 reicht es längst nicht mehr aus, Gewinnspiele zu starten, um als Marke auf Social Media erfolgreich zu sein. Wer langfristig Wirkung erzielen will, muss in digitale Kulturen und Communities eintauchen. Genau diesen Ansatz verfolgt Cultural Marketing. Es geht darum, relevante Themen und Trends nicht nur zu verstehen, sondern aktiv in das Gespräch einzusteigen und den Diskurs mitzuformen.


Highlights: Das Wichtigste im Überblick

  • Zeitgeist verstehen: Cultural Marketing bedeutet, eine glaubhafte Positionierung innerhalb aktueller Trends zu finden.
  • Reaktionsfähigkeit: Kurze Freigabeschleifen sind entscheidend, um situative Kommunikationsanlässe zu nutzen.
  • Social atmen: Erfolgreiche Brands verfolgen das Geschehen nicht nur von der Seitenlinie, sondern sind Teil der Community.

Die Causa Culcha Candela: Ein PR-Albtraum als Chance

Ein Paradebeispiel für Cultural Marketing ist die Causa Culcha Candela aus dem Januar 2025. Die Band zog durch unglückliches Community Management einen massiven Shitstorm auf sich. Veröffentlichte Chatverläufe gingen viral und entwickelten sich zu einem PR-Albtraum. Doch während die Band verlor, wurden die Marken zu Gewinnern, die Cultural Marketing verstanden haben.

Zahlreiche Unternehmen reagierten blitzschnell auf den viralen Diskurs und nutzten die Steilvorlage für ihre eigene Positionierung. Diese Marken haben bewiesen, dass sie den Zeitgeist atmen und verstehen, wie man sich authentisch in Gespräche einklinkt, ohne dabei aufgesetzt zu wirken.


Best-Practice: Marken in Aktion

Die Reaktionen auf den Culcha-Candela-Vorfall zeigen, wie vielfältig Cultural Marketing sein kann. Marken wie Carrera nutzten den Moment, um humorvoll auf ihre Produkte hinzuweisen („...bringt euch super schnell von A nach B“), während Parship die Rolle der Social Media Manager hervorhob. Auch Otto und Dr. Oetker klinkten sich mit gewitzten Kommentaren ein und sicherten sich so hohe Sympathiewerte in der Community.

Was diese Beispiele eint, ist die Fähigkeit, situative Anlässe zu erkennen. Solche Momente kommen regelmäßig – manche sind planbar, andere entstehen ganz spontan. Wer hier zögert oder in langen Freigabeprozessen feststeckt, verpasst die Chance, als Pionier wahrgenommen zu werden und sich als Lovebrand zu etablieren.


Fazit: Vom Zuschauer zum Mitgestalter

Cultural Marketing sollte von Unternehmen nicht verschlafen werden. Es ist der Schlüssel, um Social Media nicht nur als Notwendigkeit zu bespielen, sondern als Raum für echte Interaktion zu nutzen. Wer eine Spürnase für Themen entwickelt, die Diskurs erzeugen, und die nötige Agilität im Team schafft, kann im richtigen Moment einsteigen und die Markenwahrnehmung nachhaltig positiv beeinflussen.

Quelle: SocialHub Mag #27


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