Menschlichkeit als Erfolgsfaktor: Mehr als nur ein nettes Gesicht

Hinter aktuellen Trends wie Corporate Influencern, User-Generated Content (UGC) und nahbarem Community Management steckt ein gemeinsamer Kern: die Sehnsucht nach Verbundenheit, Authentizität und Menschlichkeit.Lisa Merki erläutert in ihrer Kolumne „#SOMEKOLUMNE“, warum immer mehr Unternehmen verstehen, dass Social Media ohne menschliche Komponente nicht wirklich sozial ist.


Highlights: Warum Menschen Marken beleben

  • Menschen folgen Menschen: Reale Personen performen in der Regel besser als Produktbilder oder Stockfotos, da Influencer Marke und Mensch ideal vereinen.
  • Marken emotionalisieren: Eine Marke ist per se ein abstraktes Konstrukt, das erst durch echte Mitarbeitende eine emotionale Bedeutung für die Zielgruppe erhält.
  • Fundament Nahbarkeit: Ein Brandface allein reicht nicht; die gesamte Content-Strategie muss auf Nahbarkeit zur Community ausgelegt sein.
  • Mut zur Verletzlichkeit: Echte Nähe entsteht durch Offenheit und den Mut, sich auch mal verletzlich zu zeigen.
  • Verankerung in der Strategie: Bevor Einzelpersonen als Gesichter der Marke aufgebaut werden, muss Authentizität strategisch im gesamten Unternehmen verankert sein.

Das Risiko der Personalisierung: Der Fall Lockcard

Die Kehrseite der Medaille zeigt sich, wenn die Identität einer Marke zu stark mit einer einzelnen Person verknüpft ist.Lisa Merki zieht das Beispiel des Start-ups Lockcard heran: Das Unternehmen wurde durch seinen Co-Geschäftsführer und „Brandface“ David Rau auf TikTok enorm erfolgreich.Nach seinem plötzlichen internen Rauswurf eskalierten die Kommentarspalten, da das Unternehmen erst spät und wenig transparent reagierte.Während David durch ein ehrliches Video auf seinem privaten Kanal die Community für sich gewann, erntete der Unternehmens-Account massive Kritik für seine Vermeidungstaktik.


Kontrollverlust als notwendiges Übel

Die Einbindung von Mitarbeitenden auf Social Media bedeutet immer einen gewissen Kontrollverlust.Unternehmen müssen dieses Risiko bewusst eingehen, wenn sie von den zahlreichen Vorzügen authentischer Kommunikation profitieren wollen.Wichtig ist dabei die Erkenntnis: Es braucht nicht zwingend das eine Gesicht, das für die gesamte Marke steht.Viel entscheidender ist ein konsistenter Auftritt, der Nähe zur Community schafft und auch in Krisenzeiten authentisch bleibt.


Fazit: Strategie schlägt Gesicht

Bevor Unternehmen Corporate-Influencer-Programme starten, sollten sie sich der Risiken bewusst sein und sich von dem Gedanken verabschieden, auf Social Media immer alles unter Kontrolle haben zu können.Wahre Authentizität lässt sich nicht durch ein Skript erzwingen, sondern muss integraler Teil der Marken-DNA sein.


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