Corporate-Influencer-Programm: Vermeide unsere Fails und nimm den Shortcut zum Erfolg!

Eine kleine Zahl reichte aus, um die ganze LinkedIn-Marketing-Bubble in Angst und Schrecken zu versetzen: Weniger als 2 % machen LinkedIn Corporate Pages im Feed aus. Die zentral gesteuerte Unternehmenskommunikation reicht nicht mehr, um Zielgruppen zu erreichen. Die Lösung? Corporate-Influencer-Programme. Sie bringen wahre Einblicke ans Licht, zeigen Persönlichkeiten und bauen mehr Vertrauen auf, als es jeder Werbeslogan könnte.

Bei SocialHub hat es 1,5 Jahre Überzeugungsarbeit gekostet, bis das eigene Programm gestartet wurde. Mittlerweile sind 14 Corporate Influencer (etwa 20 % der Belegschaft) aus Sales, CSM, Marketing, Product und Leadership aktiv. Lisa Merki, Lead des Programms, teilt ihre Learnings und eine echte "Anti-Checkliste", damit andere Teams nicht in dieselben Fettnäpfchen treten müssen.


Die (Anti-)Checkliste für dein Corporate-Influencer-Programm

Folgende Punkte solltest du beim Aufbau deines Programms zwingend vermeiden:

  • Leg einfach mal los – was soll man da schon groß planen?
  • Lass das wen nebenbei machen – irgendwer macht das schon fix neben dem Daily Business!
  • Onboarde so viele Menschen wie möglich – mehr ist mehr!
  • Schreib alle Texte zum Kopieren vor – nichts geht über Effizienz!
  • Ignorier C-Level bei deinem Vorhaben.
  • Incentiviere mit Luft und Liebe – sollen die mal dankbar sein.
  • Setz stets auf schnellen ROI – wenn nach 3 Posts kein Auftrag reinkommt, war’s das!

Corporate Influencing ist kein Zuckerschlecken und schon gar keine Aufgabe für zwischendurch. Drei große Bausteine sind essenziell.


Baustein 1: Strategie & Messung

Kläre das "Warum": Sollen Kunden akquiriert, Bewerbungen generiert oder Markenaufmerksamkeit gesteigert werden? Daraus leiten sich die KPIs ab. Das SocialHub-Team wertet monatlich Metriken wie Reichweite, Engagements und gewonnene Follower über das eigene Employee Advocacy Tool aus. Qualitatives Feedback (wie Podcast-Einladungen oder Gastartikel-Anfragen) wird quartalsweise erfasst.

Zudem nutzt das Team ein von Duolingo inspiriertes "Streak-System", um andauernde Aktivität sichtbar zu machen. Das spornt nicht nur an, sondern zeigt auch sofort, wo gerade Coaching-Bedarf im Team besteht.


Baustein 2: Support & Wertschätzung

Der wichtigste Pfeiler für langfristigen Erfolg. Viele Teilnehmer haben keinen Marketing-Background. Die größte Hürde ist oft nicht fehlendes Wissen zur Content-Erstellung, sondern eigene Ängste (z. B. Angst vor Verurteilung oder Irrelevanz). Ein intensives Betreuungskonzept ist daher Pflicht:

  • Kick-Offs für Content & LinkedIn Basics
  • Bi-Weekly Meetings (Vibe-Check, Input, Q&A)
  • Buchbare 1:1-Termine als persönliches Sparring
  • Adhoc Posting Support via Slack
  • Monatliches digitales Content Co-Working

Auch Incentives spielen eine große Rolle. Nach einem überstürzten Start ohne Belohnungen führte SocialHub später exklusive, bestickte Jeansjacken für die Langzeit-Teilnehmer ein. Zukünftig sollen sowohl stetige Aktivität (Loyalty) als auch punktueller Wettkampfgeist belohnt werden.


Baustein 3: Content & Community

Die Rahmenbedingungen müssen Orientierung geben, aber kreativen Freiraum lassen. Es gibt keine starren inhaltlichen Vorgaben (außer bei vertraulichen Interna). Am Ende des Tages sind es die persönlichen Profile der Mitarbeitenden und sollen sich auch nicht wie Unternehmenskanäle anfühlen. Der Fokus liegt bei SocialHub rein auf LinkedIn, da hier die Hemmschwelle zur Texterstellung am geringsten ist.

Ein psychologisch sicheres, wohlwollendes Umfeld ohne Missgunst ist die Grundvoraussetzung, damit Mitarbeitende sich überhaupt trauen, verletzlich zu sein und Persönliches zu teilen.


Let’s talk business: Was hat es gebracht?

Im ersten Jahr (seit März 2025) generierten die SocialHub Corporate Influencer über 2,3 Millionen Impressions, mehr als 31.000 Engagements und einen Zuwachs von über 13.000 Followern. Doch die qualitativen Effekte sind noch wertvoller:

  • Verkäufe von Weiterbildungen und zahlreiche Downloads der eigenen Social-Media-Studie.
  • Konkrete Anfragen für das SocialHub-Tool, Podcast-Auftritte und Speaking-Gigs.
  • Das Sales-Team wird in Calls seltener geghostet.
  • Das Marketing findet leichter Speaker und Interviewpartner für das eigene Magazin.

Corporate Influencing ist ein Long-Term-Game und ein People’s Business. Vertrauen erarbeitet man sich nicht über Nacht – aber wer dranbleibt, erntet enormen geschäftlichen Mehrwert.

Quelle: SocialHub Mag #30


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