Community Management RELOADED: Audience vs. Community

Ein Social-Media-Profil ist wie eine digitale Filiale. Wenn dort jemand herumpöbelt, würde man das im echten Leben auch nicht dulden. Steven Urry, Gründer der auf Community Management spezialisierten Agentur ALONDRA Social GmbH, betont im SocialHub Mag #29, warum professionelles Audience Management heute unverzichtbar ist. In Zeiten zunehmender Hasskommentare rückt die Moderation und der echte Dialog im Netz wieder stark in den strategischen Fokus von Marken.


Highlights: Warum Community Management entscheidend ist

  • Audience vs. Community: Leute, die Beiträge nur sehen oder gelegentlich einen Kommentar hinterlassen, sind zunächst eine Audience. Erst durch aktives Moderieren und Antworten entsteht eine treue Community.
  • Die digitale Filiale: Die Profil- und Kommentarspalten müssen ein "Safe Space" sein. Eine sauber moderierte Kommentarspalte fördert positives Feedback und ermutigt stille Mitleser zur Interaktion.
  • Getrennte Disziplinen: Community Management ist ein spezifischer Teilbereich und sollte nicht pauschal mit dem allgemeinen Social Media Management gleichgesetzt werden.
  • Markenbildung im Dialog: Das Image einer Marke wird heute stark durch ihren Auftritt und ihre Reaktionsfähigkeit in den Kommentaren geprägt. Früher entschieden Journalisten über Krisen, heute entscheidet Social Media.

Gesellschaftliche Verantwortung in den Kommentaren

Die Moderation von Kommentaren geht weit über reine Imagepflege hinaus. Es geht um den Schutz der Demokratie und die Bekämpfung von Hassrede, Rassismus und Antisemitismus. Auch unter banalen Postings von Privatunternehmen wird täglich massenhaft Hass veröffentlicht. Diese stille, aber extrem wichtige Arbeit der Community Manager zur Säuberung der digitalen Diskursräume wird in der Öffentlichkeit und von vielen Unternehmen oft stark unterschätzt.


Welche Skills braucht ein Community Manager?

Viele Unternehmen machen nach wie vor den Fehler, die Moderation von hitzigen TikTok- oder Instagram-Kommentaren an Praktikanten zu übergeben. Steven Urry definiert drei unverzichtbare Kernkompetenzen für diesen harten Job:

  1. Medienkompetenz & Allgemeinbildung: Um Kontexte und Zusammenhänge schnell und richtig einordnen zu können.
  2. Empathie: Um sich in die unterschiedlichen Nutzer und deren Anliegen hineinzuversetzen.
  3. Fingerspitzengefühl: Eine einzige falsche Antwort kann schnell eine virale Krise auslösen.

Zudem ist es essenziell, die Mechaniken der jeweiligen Plattform, den "Gen-Z-Sprech" sowie verborgene Symbole und kodierte Sprache (wie sogenanntes Dogwhistling) zielsicher zu erkennen.

Quelle: SocialHub Mag #29


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