B2B Social Media in der Baubranche: Mehr als nur LinkedIn

„TikTok ist bei uns ein ganz wichtiger Kanal!“ – hättest du diesen Satz bei einem B2B-Unternehmen aus der Baubranche erwartet? Nicht unbedingt, und dennoch ist die Beutlhauser-Gruppe mit insgesamt 17 Social-Media-Kanälen auf einer großen Bandbreite an Plattformen erfolgreich unterwegs. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Passau zeigt, dass sich auch im B2B-Bereich durch Kreativität und Mut zur Plattform-Vielfalt enorme Reichweiten erzielen lassen.


Highlights: Das Wichtigste im Überblick

  • Kanal-Vielfalt: Insgesamt 17 Social-Media-Kanäle werden über alle Marken der Gruppe hinweg zentral gesteuert.
  • Reichweite: Im Jahr 2024 wurde eine Gesamtreichweite von knapp 7 Millionen erzielt (Mix aus organisch und paid).
  • Team-Stärke: 15 Kolleginnen und Kollegen in der Marketingabteilung betreuen die Kommunikation fast vollständig ohne externe Unterstützung.
  • Plattform-Mix: Neben LinkedIn sind TikTok, Instagram, Facebook und sogar ein WhatsApp-Kanal Teil der Strategie.
  • Influencer-Marketing: Zusammenarbeit mit Sprachrohren der Branche wie Baggerfahrern (z.B. @diggi.driver._).

Zielgruppen und Plattform-Strategie

Die Zielgruppen der Unternehmensgruppe sind breit gefächert und variieren je nach Kanal. Während auf LinkedIn Entscheider auf Geschäftsführerebene und potenzielle Bewerber angesprochen werden, erreicht Beutlhauser auf Instagram und TikTok die Menschen, die täglich mit den Maschinen arbeiten. Besonders auf TikTok gibt es große Fan-Communities, die unterhaltenden Content rund um Bagger und Stapler lieben. Ähnlich wie im Automobilbereich gibt es hier echte Marken-Fans, die Content schätzen, der Fahrzeuge in Aktion zeigt.

Ein wichtiger Pfeiler auf LinkedIn sind Corporate Influencer. Geschäftsführer Oliver Sowa nutzt sein Profil mit knapp 20.000 Followern, um Themen wie Unternehmenskultur und Vision nahbar zu machen. Interne Schulungen über die hauseigene Akademie fördern zudem das Interesse und bauen Hemmschwellen ab, damit sich mehr Mitarbeitende trauen, aktiv zu posten.


Content-Erstellung als „Produktionsfabrik“

Die Contenterstellung läuft hochstrukturiert ab. Drei Social Media Managerinnen fungieren als Project Owner und koordinieren die Zuarbeit von teameigenen Grafikern und einem Videografen in Teilzeit. Um den Überblick über die vielen Marken und Themen nicht zu verlieren, nutzt die Abteilung ein zentrales Projektmanagement-Tool zur Planung.

Dabei wird Content oft nicht nur für einen Kanal produziert, sondern direkt für die Mehrfachverwertung über verschiedene Formate hinweg mitgedacht – von Social Media über den Newsletter bis hin zum Print-Kundenmagazin. Für authentische Einblicke werden regelmäßig Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen vor die Kamera geholt.


Performance durch Social Ads

Im Jahr 2024 lag ein großer Fokus auf Paid-Kampagnen. Anstatt allgemeiner Brand-Anzeigen setzt Beutlhauser auf konkrete Angebote zur Lead-Generierung. Angebote wie „Radlader mieten für 50 Euro am Tag“ funktionieren besonders gut für die Neukundenansprache auf Meta-Plattformen. Diese Anzeigen münden direkt in ein Kontaktformular, was sich als sehr erfolgreich erwiesen hat.


Herausforderungen in der Baubranche

Obwohl die Baubranche traditionell weniger digitalisiert ist, nimmt die Entwicklung rasant an Fahrt auf. Eine spezifische Herausforderung für Beutlhauser als Händler ist es, sich mit eigenen Inhalten von den starken Herstellern abzuheben und die eigene Marke zu platzieren. Das Ziel bleibt es, der Community durch nützliche und unterhaltende Inhalte einen echten Mehrwert zu bieten.

Quelle: SocialHub Mag #27


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