How to #workhappier: Warum wir niemals aufhören sollten zu experimentieren

In der Rubrik #workhappier beschäftigen wir uns mit Orten, Taktiken und Programmen, die unser Arbeitsleben besser machen. Wir haben bereits über Co-Working-Spaces und Resilienz gesprochen, doch heute geht es um einen oft unterschätzten Faktor: das Experiment. Gerald Glaßl, Head of Marketing bei SocialHub, erklärt, warum die Bereitschaft zu ständigen Versuchen essenziell für ein glücklicheres Berufsleben ist.


Highlights: Das Wichtigste im Überblick

  • Keine Universallösung: Das „perfekte“ Arbeitsmodell existiert nicht, da die Bedürfnisse je nach Lebensphase und Familiensituation variieren.
  • Schrittweise Annäherung: Anstatt radikaler Wechsel helfen Experimente, die Auswirkungen auf Wohlbefinden und Unternehmenswachstum zu testen.
  • Team-Engagement: Experimentierfreude muss von der gesamten Belegschaft getragen und regelmäßig reflektiert werden.
  • Datenbasierte Entscheidung: Learnings aus Testphasen verhindern Fehlentscheidungen, wie etwa einen zu frühen Wechsel zur 4-Tage-Woche.
  • Flexibilität bewahren: Die Fähigkeit, kontinuierlich neue Modelle zu erproben, ist wichtiger als das Finden eines statischen Zustands.

Gibt es die perfekte Arbeitsumgebung?

Frei nach Sokrates müssen wir uns eingestehen: Wir wissen eigentlich nicht, wie das ideale Arbeitsmodell aussieht. Das liegt schlicht daran, dass das perfekte Setup für jede Person verschieden ist. Was für eine junge Familie funktioniert, passt vielleicht nicht für einen Single oder eine alleinerziehende Person. Zudem verändert sich die perfekte Umgebung im Laufe verschiedener Lebensabschnitte. Da wir die Antwort also nicht kennen, müssen wir uns ihr durch Experimente nähern.


Case Study: Der Smart Friday Test

Im Jahr 2022 haben wir bei SocialHub genau das getan. Das Projekt #smartfriday war ein gezieltes Experiment zur Arbeitszeitreduzierung. Die wichtigste Erkenntnis: Während die freien Freitage das Wohlbefinden massiv steigerten, gab es Bedenken hinsichtlich des langfristigen Unternehmenswachstums. Hätten wir diesen Test nicht gemacht und wären direkt zur 4-Tage-Woche gewechselt, wäre das Experiment vermutlich gescheitert. Ein zentrales Learning war zudem, dass solche Phasen eine hohe Reflexionsfähigkeit des gesamten Teams erfordern, um kurzfristiges Wohlbefinden von langfristigem Output zu unterscheiden.


Das neue Experiment für 2023

Basierend auf diesen Erfahrungen starten wir nun in den nächsten Testlauf. 2023 probieren wir ein hybrides Modell aus: Das gesamte Unternehmen bekommt jeden ersten Freitag im Monat frei – Zeit, die jeder für Fortbildung, Freizeit oder Familie nutzen kann. Zusätzlich koppeln wir eine weitere Arbeitszeitreduktion an unsere Wachstumsziele. Erreichen wir diese zum Halbjahr, wird in Q3 und Q4 jeder Freitag ab 13:00 Uhr frei gegeben (36-Stunden-Woche). So vereinen wir die Wünsche des Teams mit den Anforderungen der Firma.


Fazit: Flexibilität als Schlüssel

Wir wissen noch nicht, ob dieses Modell dauerhaft funktionieren wird. Aber wir haben gelernt, wie wichtig es ist, die Flexibilität für kontinuierliche Experimente zu behalten. Nur so finden wir heraus, was für SocialHub und jeden Einzelnen wirklich funktioniert. Die Arbeitswelt der Zukunft ist kein Zielort, sondern ein fortlaufender Prozess des Ausprobierens und Optimierens.

Quelle: SocialHub Mag #20


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